Michael Reed - Karriere nach dem Fußball

02.06.2017

Bester Aufsteiger in der Oberliga und Kreispokalsieger – der 1. FC Kaan-Marienborn blickt auf eine erfolgreiche Saison 2016/2017 zurück. Auch die Talente des Siegerländer Wegs hatten an diesen Erfolgen einen entscheidenden Anteil. Michael Reed ist einer davon: Seit 2012 geht er den Siegerländer Weg. Diese Saison war die letzte, in der Michael aktiv Fußball spielt. Der Sportliche Leiter Jochen Trilling dankt Michael für seinen Einsatz: „Michael Reed war in den letzten Jahren ein zuverlässiger und sehr wichtiger Spieler für den 1. FC Kaan-Marienborn, dazu ein Paradebeispiel für den Siegerländer Weg. Mit seiner Art Fußball zu spielen hat er nicht nur seine Mitspieler, sondern auch die Zuschauer begeistert. Woche für Woche sein Leistungsvermögen so abzurufen, zeigt Qualität und eine besondere sportliche Einstellung“.

 

Die Mannschaft wird in der nächsten Saison ohne Michael Reed spielen; beruflich geht es für Michael Reed über den Siegerländer Weg bei Herkules natürlich weiter. Mit uns sprach Michael über die Gründe für sein Karriereende auf dem Platz und über seine schönsten Momente beim Siegerländer Weg.

 

DSW: Michael, nach der Saison beendest du deine Fußballkarriere. Warum ist für dich jetzt der Moment gekommen, aufzuhören?


Michael Reed: Abgesehen von den körperlichen Beschwerden, die das jahrelange Fußballspielen auf hohem Niveau mit sich bringt, möchte ich hauptsächlich mehr Zeit mit der Familie verbringen. Sie ist in den letzten Jahren oft zu kurz gekommen. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe.

 

Gehst du mit einem lachenden oder weinenden Auge?


In erster Linie freue ich mich darauf, mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen zu können. Die letzten Jahre waren nicht leicht für mich, ich habe viele schöne Momente und Ereignisse mit ihm verpasst. An Trainingstagen (bis zu vier Mal die Woche) habe ich den Kleinen nämlich gar nicht gesehen. Er schlief noch, wenn ich morgens aus dem Haus gegangen bin und war schon wieder im Bett, wenn ich nach dem Training nach Hause kam. Für die Familie war es sicherlich auch nicht einfach, immer wieder zurückstecken zu müssen. Deshalb möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um mich für die jahrelange Unterstützung in allen Belangen zu bedanken.

 

Ich gehe aber natürlich auch mit einem weinenden Auge, da es eine sehr intensive und vor allem schöne Zeit war. In der Mannschaft sind durchweg tolle und charakterlich einwandfreie Jungs, die ich auf jeden Fall sehr vermissen werde. Da ich nach wie vor gerne spiele und mich der Sport den größten Teil meines Lebens begleitet hat, wird mir das Fußballspielen sicherlich fehlen.

 

Wenn du auf deine Jahre beim 1. FC Kaan-Marienborn zurückschaust: Was waren deine schönsten Momente?


Sportlich gesehen war sicherlich der Aufstieg in die Oberliga, auf den wir als Mannschaft von Beginn an hingearbeitet haben, der schönste Moment. Das Spiel gegen Arminia Bielefeld im Westfalenpokal 2015, das wir leider in der Verlängerung verloren haben, war natürlich auch ein schönes Erlebnis. Außerdem haben wir in den fünf Jahren, in denen ich hier war, vier Mal den Kreispokal gewonnen.

 

Du gehst den Siegerländer Weg seit 2012. Welche Ziele hattest du damals?


Ich wollte mich beruflich weiterentwickeln und dabei trotzdem Fußball auf einem hohen Niveau spielen. Für mich haben sich diese beiden Ziele definitiv erfüllt.

 

Der Siegerländer Weg hört nicht auf dem Platz auf. Er umfasst auch die berufliche Karriere nach der sportlichen Laufbahn. Du wirst weiter bei Herkules arbeiten. Was machst du dort genau und wie sieht deine Zukunft aus?


Angefangen habe ich im Einkauf bei der HerkulesGroup Services GmbH in Burbach. Dann bin ich 2014 in den Ersatzteilverkauf bei Herkules gewechselt, wo ich immer noch arbeite. Ich habe zwei unterschiedliche Abteilungen an zwei verschiedenen Standorten kennengelernt. Dadurch konnte ich Erfahrungen in mehreren Sparten sammeln, was für mich sehr hilfreich war und immer noch ist.

 

Wenn du eine Bilanz deiner Zeit beim Siegerländer Weg ziehen solltest – wie würde sie aussehen?

 

Ich bin sehr froh, den Weg eingeschlagen zu haben. Er hat mich beruflich vorangebracht und ich habe viele Leute und mittlerweile auch gute Freunde kennengelernt.

 

Stell dir vor, dein Sohn würde dir in zehn Jahren erzählen, dass er Fußballprofi werden will. Was würdest du ihm raten?


Grundsätzlich würde ich ihm raten, hart für seine Ziele zu arbeiten und zu versuchen, sie alle zu verwirklichen, solange er die Schule nicht vernachlässigt und zu große Opfer bringen muss. Es ist immer wichtig, für die berufliche Karriere nach dem Fußball zu planen. In zehn Jahren ist er aber erst 13 und in dem Alter hat ein Großteil aller Jungs den Traum, Fußballprofi zu werden. In dem Alter sollte man aber meines Erachtens ein Kind noch Kind sein lassen.

 

Vielen Dank, Michael, für deinen Einsatz in den letzten fünf Jahren. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Gute für die Zukunft!

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