Mit dem Siegerländer Weg in die Regionalliga

08.07.2018

Die große Sensation in der jungen Vereinsgeschichte des 1. FC Kaan-Marienborn ist perfekt. Im zweiten Jahr in der Oberliga Westfalen gelang der auf lange Sicht anvisierte Aufstieg in die Regionalliga.

 

Spielten die Käner schon in ihrer ersten Saison als Aufsteiger eine sehr ordentliche Rolle und beendeten die Spielzeit 2016/17 auf einem beachtlichen 7. Tabellenplatz, sprengte die letzte Serie alle Erwartungen.

 

Die spannende Frage liegt in der Nachbetrachtung jetzt in der Ursachenforschung für diesen schnellen Erfolg. Noch im Sommer 2017 wurden Stimmen laut, der 1. FC Kaan-Marienborn könnte in diesem Jahr nach dem Weggang von einigen Leistungsträgern in Abstiegsgefahr geraten.

 

Doch die Kaderplanung, die der Sportliche Leiter Jochen Trilling gemeinsam mit dem Trainerduo Thorsten Nehrbauer und Tobias Wurm unternahm, war rückblickend ein elementarer Bestandteil der unglaublichen Erfolgsgeschichte. Schon hier zeigt sich anhand der Namen Trilling und Wurm, dass der Siegerländer Weg die langjährige Basis dieses Erfolges ist.

 

Weil Neuzugänge wie Marcel Radschuweit oder Norman Wermes, der sich nicht nur über den Direkteinstieg bei PolygonVatro bewusst für den Siegerländer Weg entschied, sondern auch in seiner ersten Saison für Kaan-Marienborn gleich 6 Saisontreffer beisteuerte, direkt einschlugen, konnten die Abgänge nahtlos kompensiert werden.

 

Schon während der Hinrunde zeigte sich dann, dass die Schwächen der Vorsaison nicht nur erkannt, sondern auch weitestgehend gebannt wurden. Gehörte der FC Kaan in der Saison 2017/18 auswärts noch zu den schwächeren Teams, findet sich der Aufsteiger nach der abgelaufenen Spielzeit in dieser Statistik auf dem 5. Tabellenrang wieder.

 

Noch deutlich besser verliefen die Spiele in der heimischen Herkules-Arena. Aus 15 Spielen gab es 13 Siege, 1 Unentschieden und nur 1 Niederlage – ein Liga-Spitzenwert.

 

Geschraubt wurde aber auch an anderen Werten. Waren es im ersten Oberliga-Jahr noch 38:40 Tore in der Endabrechnung, stand 2017/18 nach dem letzten Spieltag ein Torverhältnis von 47:29 zu Buche.

 

Das Mantra, das Torwart-Trainer Christian Koch fast gebetsmühlenartig wiederholte, traf am Ende zu: „Wer in der gesamten Saison weniger als 30 Gegentore kassiert, der steigt auf.“

 

Und dann lehrte die Spielzeit auch noch, wie hilfreich Erfahrung sein kann. Marius Jung, ein Urgestein des Siegerländer Wegs, blühte in der 2. Saisonhälfte genau dann zur Höchstform auf, als er am dringendsten gebraucht wurde.

 

Doch wer war denn nun der Spieler der Saison? Viele Kicker aus den eigenen Reihen kämen für diese Auszeichnung in Frage, natürlich auch die Talente des Siegerländer Wegs.

 

War es vielleicht Mannschaftskapitän Toni Gänge, der auf dem Spielfeld immer die nötigen Führungsqualitäten bewies und gerade in der Defensivarbeit eine nahezu fehlerfreie Saison spielte? Oder war es der unermüdliche Stürmer Dawid Krieger, der nicht nur im Mannschaftsbus fleißig für die Abschlussprüfung seiner Ausbildung lernte, sondern auf dem Rasen wie kaum ein Zweiter für die Mannschaft und seine 8 Saisontore gearbeitet hat?

 

Problemlos ließen sich die Namen weiterer Projektteilnehmer des Siegerländer Wegs an dieser Stelle durchdeklinieren, aber wie auch im beruflichen Alltag, bei dem auch Fachkräfte wie Gänge und Krieger Qualitäten wie Zielstrebigkeit, Teamwork und Fleiß an den Tag legen, gilt letztendlich auf dem Fußballgrün wie auch am Arbeitsplatz: Der Star ist das Team.

 

Welchen Anteil der Siegerländer Weg als Projekt an diesem sportlichen Erfolg hatte? Letztlich brachte es doch sport1-Kommentator Markus Höhner mit seiner Beschreibung beim Schauinslandreisen-Cup Anfang des Jahres auf den Punkt: „Die Spieler sind entspannt, weil sie nicht vom Fußball abhängig sind, sondern ihre berufliche Zukunft parallel weiterführen können. Namenhafte Unternehmen aus der Region machen mit und gewinnen so gute Arbeitnehmer. All das scheint in Kaan-Marienborn wunderbar zu funktionieren.“

 

Als einem der Mitbegründer des Siegerländer Wegs wäre dem verstorbenen 1. Vorsitzenden Manfred Leipold sicher mehr als nur ein freudestrahlendes Lächeln über das Gesicht gehuscht. Auch ihm ist dieser Erfolg gewidmet.

 

Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die Regionalliga und alles Gute für die kommende Saison!

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