Interview | 07.03.2019

Arthur Thomas

„Der Siegerländer Weg" ist das gemeinsame Projekt des 1. FC Kaan-Marienborn und namhafter Unternehmen aus Südwestfalen

Als linker Außenverteidiger ist Arthur Tomas ein gesetzter Eckpfeiler des 1. FC Kaan-Marienborn. Auch bei WaldrichSiegen gehört der 24-Jährige zu den Leistungsträgern. Nach dem Abschluss seines Masterstudiums arbeitet er dort als Berechnungsingenieur.

Grüß Dich Arthur, erstmal herzlichen Glückwunsch! Du hast gerade ganz frisch deinen Master-Abschluss für dein Maschinenbau-Studium in der Tasche. Wie sind die Prüfungsvorbereitungen gelaufen?

Die Prüfungsvorbereitungen waren natürlich sehr stressig. Dadurch, dass ich meine Arbeitsstunden individuell und flexibel einteilen konnte, habe ich während der Prüfungsvorbereitung weniger gearbeitet, um mich voll und ganz auf die Prüfungen konzentrieren zu können. Das war für meinen Arbeitgeber vollkommen in Ordnung und hat mir persönlich sehr geholfen die Prüfungen, die Arbeit und den Fußball unter einen Hut zu bekommen.

Was ist nervenaufreibender? Die Prüfungsphase im Master-Studiengang oder der Kampf um den Klassenerhalt?

Ich denke das kann man nicht vergleichen. Der Kampf um den Klassenerhalt wird wohl über ein komplettes Jahr gehen. Die Prüfungsphase dauert zum Glück nur wenige Wochen an. Beides ist auf unterschiedliche Art nervenaufreibend.

Mit dem abgeschlossenen Master hast Du einen der höchsten akademischen Abschlüsse erreicht. Wie bewertest Du das Duale Studium rückblickend und was hat Dir dein Studium gebracht?

Ich bin sehr froh darüber, dass ich das Studium dual gemacht habe. Dadurch konnte ich im Bachelorstudium, wie auch im Masterstudium bereits wichtige Berufserfahrung sammeln. Durch die zwei Jahre, die ich neben dem Masterstudium bei der Firma WaldrichSiegen gearbeitet habe, konnte ich das Unternehmen, die Tätigkeiten sowie auch die Mitarbeiter gut kennenlernen. Das hat mir den Einstieg ins Berufsleben deutlich erleichtert. Die Zeit während des Dualen Studiums war kombiniert mit dem Fußball teilweise sehr stressig. Gerade in den Prüfungsphasen hatte ich wenig Zeit für private Dinge, aber ich bin glücklich, dass ich den Master erfolgreich abgeschlossen habe.

Wirst Du die Studentenzeit an der Uni vermissen?

Während der Vorlesungszeit habe ich mir meist einen freien Tag in den Wochenplan integriert. Der wird mir natürlich fehlen. Zudem wird es mir fehlen den einen oder anderen Tag unter der Woche etwas länger zu schlafen. Auf der anderen Seite bin ich sehr froh, dass mir die Prüfungsphasen jetzt erspart bleiben.

Du hast uns in einem früheren Gespräch erzählt, dass Du Dir vorstellen könntest, in der Konstruktionsabteilung zu arbeiten, weil dir diese Tätigkeit großen Spaß macht. Hast Du dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt?

Während meines Studiums habe ich bei der Firma WaldrichSiegen im Technischen Büro in der mechanischen Konstruktion gearbeitet. Nach Abschluss des Studiums wurde ich übernommen und arbeite seit Januar als Berechnungsingenieur. Ich sitze weiterhin im Technischen Büro, habe aber weniger konstruktive Tätigkeiten. Der Großteil meiner Arbeit setzt sich aus der Berechnung, Analyse und Simulation von Bauteilen und Baugruppen zusammen. Es ist ein sehr vielfältiger Arbeitsbereich, der mir auch sehr viel Spaß macht.

Alles klar. Blicken wir nun gemeinsam auf die sportliche Seite: Die zweite Saisonhälfte hat begonnen und wie erwartet wird der Kampf um den Klassenerhalt wohl bis zur letzten Sekunde spannend bleiben. Auf welche Tugenden wird es für Deine Mannschaft aus Deiner Sicht besonders ankommen, um das große Ziel zu realisieren?

Wir dürfen natürlich niemals das große Ziel aus den Augen verlieren. Für uns zählt jeder Punkt. Auch wenn es mal vorkommen sollte, dass wir mehrere Spiele hintereinander punktlos bleiben sollten, dürfen wir natürlich nicht aufgeben und müssen uns immer wieder aufs Neue fokussieren. Unsere Mentalität zeichnet uns aus.

Mit dem 1. FC Kaan-Marienborn erlebst Du nach deiner Zeit beim TSV Steinbach nun schon die zweite Regionalliga-Saison. Konntest Du auf diesem Niveau Erfahrungen aus Deiner Zeit beim TSV mit einbringen, die Dir geholfen haben?

Die Zeit mit dem TSV Steinbach in der Regionalliga hat mir schon damals gezeigt, welcher Wind in dieser Liga weht. Die Regionalliga ist eine sehr starke Liga, die den Aufsteigern aus der Oberliga meist alles abverlangt. Dass der Klassenerhalt sehr schwer werden würde, hat mir die Erfahrung beim TSV Steinbach bereits gezeigt. Die Gegner verlangen jedem einzelnen Spieler alles ab, daher ist es wichtig körperlich auf einem sehr fitten Level zu sein. Die kleinsten Fehler werden meist direkt mit Gegentoren bestraft. Hier darf man sich nicht viel erlauben.

Was hättest Du entgegnet, wenn Dir damals jemand während Deiner Zeit bei der Sportgemeinschaft Hickengrund gesagt hätte, dass Du eines Tages in der Regionalliga kicken wirst?

Damals habe ich noch in der Kreisliga in der A-Jugend der SG Hickengrund gespielt. Zu dem Zeitpunkt hätte ich es ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten. Der Wechsel zum TSV Steinbach in die Verbandsliga war schon ein riesiger Sprung für mich. Aber man wächst mit seinen Herausforderungen. Und ich hatte natürlich auch immer das Glück, mit den Mannschaften in Steinbach und beim 1. FC Kaan in die Regionalliga aufsteigen zu dürfen und diese Erfahrung mitzunehmen.

Du bist ein Spieler, der sehr über die Physis kommt und auch gerne privat ins Fitnessstudio geht. Woher nimmst Du diesen Ehrgeiz?

Ich bin generell eine sehr ehrgeizige Person. Ich versuche, sofern es der Trainingsplan beim Fußball zulässt, für mich persönlich immer mal wieder die eine oder andere Extraeinheit einzubauen, um körperlich auf einem sehr guten Fitnessstand zu sein. Gerade als Außenverteidiger kann man im Spiel sehr viele Kilometer abspulen und sich immer wieder offensiv einschalten. Dafür brauche ich die nötige Fitness. Zudem habe ich viel Spaß beim Training im Fitnessstudio.

Wäre der Klassenerhalt für Dich ähnlich hoch anzusiedeln wie der Aufstieg in die Regionalliga?

Das ist schwer zu sagen. Der Aufstieg in die Regionalliga war natürlich eine sehr starke Leistung von der gesamten Mannschaft. Zudem hätte keiner in der Liga damit gerechnet, dass wir am Ende das Rennen machen. Ähnlich ist es in dieser Saison auch. Es gibt nicht viele Menschen, die uns den Klassenerhalt  zutrauen. Die Regionalliga ist deutlich stärker als die Oberliga und daher würde ich den Klassenerhalt höher ansiedeln als den Aufstieg.

Warum hat sich der Siegerländer Weg für Dich gelohnt?

Der Siegerländer Weg hat sich für mich gelohnt, da ich jetzt ein abgeschlossenes Masterstudium habe, einem sehr guten Job nachgehe und auch noch in der Regionalliga Fußball spiele. Ich kann meinem Hobby auf einem sehr hohen Niveau nachgehen, muss mir aber keine Sorgen um meine berufliche Zukunft machen.

Arthur, vielen Dank für das Interview und alles Gute für Dich weiterhin!

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